9. August 2015

My Home Is My Treasure Trove

"Your home is your castle" sagt man. Ein Schloss besitze ich zwar (noch) nicht, aber die Schatzkammer ist schon gefüllt. Ich liebe all die Dinge, die ich besitze. Sobald sie ihre Bedeutung verlieren, müssen sie gehen. Wenn ihr Ideen braucht, wie man sich von überflüssigen Dingen trennt, lest meinen Blogpost darüber, wie ich 100 Sachen losgeworden bin.

Zurück zu den Schätzen. Manche sind Familienerbstücke wie die Espressotasse unten. Das Set war ein Hochzeitsgeschenk an meine Eltern im Jahr 1979. Seit ich ein kleines Mädchen war, habe ich es geliebt das Muster zu betrachten, das aussieht wie viele hellgraue Wasserfarbflecken. Oh, und sie haben einen Goldrand, ganz wichtig. Gold darf nie fehlen. Andere Schätze sind Geschenke von Freunden wie die kleine Ballerina, die mir meine Freundin Martha in Berlin mitgebracht hat, als ich für ein Praktikum dort war. Oder der kleine hölzerne Elefant, den Svenja mir von ihrer Hochzeitsreise in Tanzania mitgebracht hat. 

Your home is your castle they say. I'm not there yet but the treasure chamber is already filled. Everything I have I love. If it loses its meaning, it has to go. If you need ideas for letting go by the way, read how I threw out 100 things

Back to the treasures. Some are family heirlooms like the espresso cup below. My parents received a whole set when they got married in 1979 and since I was little I loved looking at the pattern that looks like lots and lots of light gray watercolor stains. Oh, and there's gold. There must always be gold. Other treasures are gifts from friends like the little ballerina from Martha that she gifted me on a visit during my internship in Berlin. The little wooden elephant is from my friend Svenja. She brought it back for me from her honeymoon in Tanzania. 


Es gibt noch eine dritte Kategorie an Schätzen in meinem Zuhause und diese sind gebunden an die schönsten Erinnerungen, die ich habe. Die kleine geschnitzte Holzschachtel unten? In ihr verborgen liegen die Rosenblätter mit denen Nate den Boden bedeckt hat als er mir den Antrag gemacht hat. Ja, so kitschig bin ich manchmal.

There is a third category of treasures in my home and they are tied to the best things I can remember. That little wooden box below? It contains the rose petals Nate sprinkled the floor with when he proposed to me. Yes, I can be this cheesy.



Die kleine Schale oben hat Gabriella von einem Kunstmarkt an der Ostsee mitgebracht. Ich genieße es, wenn meine Freunde sehen, was mir gefällt und mir passende Geschenke machen. Gekannt und geliebt werden, ist das beste überhaupt.

The little bowl above was found by my friend Gabriella at an art fair at the Baltic Sea. I love when my friends can sense what I like and gift me with those things. To be known and loved is the most beautiful thing.



All diese goldenen Tierchen bilden eine weitere Erinnerung. Vor drei Jahren schmückten sie die Tische auf unserer Hochzeitsfeier, nun leben sie verstreut in der ganzen Wohnung und auch in denen unserer Freunde, was mich schon ein wenig glücklich macht, nein, eigentlich sehr glücklich. Die Vase ist ein Glas, das ich aus einer Brauerei in Columbus, Ohio, mitgebracht habe. die Brauerei heißt Zauber Brewery, wie hätte ich da widerstehen können? Aber keine Sorge, ich habe die Bedienung um Erlaubnis gefragt. Und die kleine goldene Schachtel? Sie enthält ein besticktes Taschentuch, das Nates Urgroßmutter gehört hat, mein "etwas Altes" an meiner Hochzeit. Die hübsche rosa Muschel hat mir meine Freundin Jassi von Kuba mitgebracht. - Meine Güte, bis jetzt habe ich gar nicht gemerkt, dass meine Wohnung ein 3D Album ist!

All these golden animals are another trip down memory lane. Not very far down though. They were the table decorations at our wedding three years ago and now they are spread all over the apartment - as well as the apartments of our friends which makes me a bit happy (or a lot). The vase is a glass I took home from a brewery in Columbus, Ohio. It's called Zauber (magic in German) Brewery , so naturally I could not leave it behind! Don't worry though, I did ask the waitress for permission. And that golden little box? It's on our bedside table and inside is an embroidered handkerchief that belonged to Nate's great grandmother, my something old. And that pretty pink shell was brought back for me by my friend Jassi from Cuba. Huh, I didn't realize my home was a 3D album until now! 


Es folgt eine kleine Reise durch ein paar Kreativtechniken, die ich im Laufe der Jahre ausprobiert habe. Die gerahmte Rose ist das Ergebnis eines kurzen Ausflugs in die Aquarellmalerei. Die besser gelungene Rose habe ich meiner Mutter geschenkt, die weniger gelungene behalten. Das war es aber auch schon, mein Wasserfarbkasten ist seither unberührt. Eigentlich ohne Grund, so schlecht waren meine ersten Versuche gar nicht. Den kleinen grünen Drache habe ich in der Töpferwerkstatt entdeckt, in der ich viele Stunden mit meinem kleinen Bruder verbracht habe, als er noch klein war. Wir haben Schlösser getöpfert, Vasen und kleine Figuren, die nun die Wohnung unserer Eltern bevölkern. Wie sehr wir töpfern geliebt haben! Der kleine Drache saß damals verlassen auf dem Regal. Irgendjemand hatte ihn unglasiert zurückgelassen. Nach Wochen des Wartens erlaubte mir der Leiter der Töpferei schließlich, den kleinen Kerl zu glasieren und mitzunehmen. Er versteht sich blendend mit seinem neuen Freund, dem goldenen Tiger.

Schließen möchte ich diesen Post mit der kleinen Waldszene, die mir meine Freundin Margit zum Geburtstag geschenkt hat. Wie ich oben schon sagte, ist es wundervoll, gekannt und geliebt zu werden und dies ist ein Beispiel dafür. Margit hat mir nicht irgendeine süße Karte geschenkt, sondern eine gewählt, von der sie dachte, sie sei hübsch und verspielt genug für mich. Jetzt leben diese süßen Tierchen auf meinen Lieblingsbüchern. Verratet ihr mir, was eure Schätze sind? Wenn ihr mir Bilder und die Geschichten dazu schickt, würde ich liebend gern eine Post über eure Lieblingsdinge schreiben.

Here's a little walk through some of the ways of creativity I have already explored. The framed rose was my short glimpse into the world of water color painting. I gifted the better outcome to my mum and kept the less pretty rose. And that's that. Never touched watercolor again. Why not, I ask myself quite often. It wasn't that bad. The little green dragon I discovered at the pottery workshop I used to spend quite some time at with my little brother when he was still little. We made castles and vases and colorful little figurines of which my parents' home is full now. Oh, how we loved doing potteries! And then there was this cute little dragon someone had left behind unglazed. After weeks and weeks the owner of the workshop told me I could have it. So I glazed it and took him home. He's now best friend with the golden tiger.

I want to close this post with the little forest scene my friend Margit gave me for my birthday. As I said above, it is wonderful to be known and loved and this is one example. Margit did not choose just any cute card but one she thought was pretty and playful enough for me. Now these cuties live on my favorite books. Let me know about your treasures, will you? If you send me pictures and stories, too, I would love to turn them into a post about your dearest objects.

10. Juni 2015

Girl's Night In


Ich habe nie allein gelebt, dazu bin ich zu gern unter Menschen. Der Gedanke, ins Bett zu gehen und zu wissen, es ist sonst niemand da, klingt sehr traurig für mich. Was aber nicht bedeutet, dass ich es nicht durchaus genieße mal einen Abend allein zu verbringen. Darauf freue ich mich dann richtig und mache nur was mir Spaß macht an meinem Solo-Mädelsabend.

I have never lived alone - I am too much of a people person for that. The thought of going to bed without anyone else in the apartment sounds truly sad to me. Which does not mean that I do not enjoy a night on my own, though. I can get pretty excited about having time to spend all by myself and quickly turn to my favorite things to do on a girl's night in.
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1. Ein Bad nehmen


Gibst es eigentlich irgendetwas beruhigenderes? Heißes Wasser, mein Lieblingsbadezusatz, eine Bürstenmassage, angenehmes Licht und vielleicht noch eine Gesichtsmaske oder ein Peeling.

1. Taking a Bath


Is there anything more soothing? Hot water, my favorite bath foam or oil, a brush massage, nice lighting and maybe a face mask or a scrub.



2. Eine Doku anschauen


Momentan bin ich ziemlich eingenommen von Chef's Table auf Netflix. Ich koche nicht, aber es ist dennoch sehr inspirierend, die Geschichten dieser Weltklasse-Köche zu sehen. Die Leidenschaft ist ansteckend.


2. Watching a Documentary


Right now I am extremely into Chef's Table on Netflix. I don't cook but it is so inspiring to watch these world class chefs' stories. Their passion is contagious.

3. Raus gehen (teilweise zumindest)


Erinnert ihr euch noch, als ich meinen
Balkon neu gestaltet habe? Inzwischen sind es sogar noch mehr Pflanzen geworden und wenn es das Wetter erlaubt, essen wir draußen, ich lese draußen oder nehme meinen Laptop mit raus. Es ist wunderschön, die Vögel zwitschern zu hören und, sobald es dunkelt, die Fledermäuse flattern zu sehen.

3. Going Outside (Kind of)


Remember when I redid my balcony? It has even more plants on it now and as soon as the weather allows, we eat outside, I read outside and sometimes take my laptop outside, too. It is so beautiful hearing the birds sing and as it gets darker seeing bats flutter about.
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4. ALLES zum Abendessen


Verurteilt mich nicht! Ich weiß, ihr wollt es auch. Wenn ich alleine bin, esse ich oft Dinge, die nicht wirklich als Abendessen gelten, sondern eher in die Kategorie naschen fallen: Cracker, Trockenfrüchte, Käse, Nüsse, Schokolade... Wundervoll, sage ich euch.

4. EVERYTHING for Dinner


Don't judge me! I know you want it too. Nights alone often end up indulging in stuff that generally does not count as proper dinner but rather party food: crackers, dried fruits, cheese, nuts, chocolate ... Heaven, I tell you.
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5. Blumen


Ich kann nie genug Blumen und Pflanzen haben. Letzte Woche habe ich ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin gekauft, Blumen für ihren Balkon. Ganz tief in mir wollte ich aber nur eins: den gesamten Blumenladen leerkaufen und mit nach Hause nehmen. Bislang konnte ich mich aber noch immer beherrschen - abgesehen von einem Strauß Blumen hier und da.

5. Flowers


There is no way I could ever have too many flowers and plants. Last week I was out to get a birthday gift for a friend, flowers for her balcony. And deep down inside all I wanted was taking the whole flower store home, everything. But up 'til now I have resisted - apart from a bunch of flowers I bring home every now and then.

16. Mai 2015

Hide That Ugly Big Screen!

Wer schaut seine Lieblingsserien nicht gern auf einem großen Bildschirm. Wenn jedoch gerade keine Geschichten aus Licht und Magie darüber flimmern, ist das Ding schlicht hässlich, das schwarze Loch des Wohnzimmers. Unser schwarzes Loch ist momentan noch recht klein, doch kaum äußerte mein Mann die Worte "größerer Bildschirm", sprang ich an den Rechner und suchte im Internet nach Hilfe. Ich kann nicht zulassen, dass ein schwarzes Rechteck aus Glas, Metall und Plastik die Schönheit meines Zuhauses schluckt! Aber: Es gibt Hoffnung, ja durchaus. Und welch Überraschung: Die Antwort ist wie so oft: Kunst. Ich kann kaum ausdrücken, wie sehr mich das freut. Jeder Grund, Kunst zu kaufen ist willkommen - immer! Sobald also Herr Protz-Leinwand die Wohnung betritt, wird er sich von Bildern umzingelt finden. Ich lasse euch wissen, wenn es soweit ist. Jetzt erst Mal ein wenig Inspiration.

We all love watching our favorite shows on a big screen. But when there are no magical lights flickering all kinds of stories on it, that big rectangle is just plain ugly. Like the living room's black hole. Our black hole is quite small yet but as soon as my husband uttered the words "bigger screen" I jumped to the internet for help. I won't have a big piece of plastic, metal and glass ruin the beauty of my home. There is hope though, yes there is. And not surprisingly the solution is art. I can hardly tell you how happy this makes me! Every excuse to buy art is welcome - always. So as soon as Mr. Big Screen enters the house, he will find himself surrounded by pictures. I'll let you know how it turns out. For now, let's look at some inspiration.


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15. Mai 2015

Green Up Your Home

homify hat mich gebeten, mich auf ihrer neuen Design-Plattform umzusehen. Wenig überraschend dauerte es nicht lang, bis ich ihre Ideen für mehr grün in der Wohnung fand. Obwohl ich zu Hause schon Handel abschließen musste, um mehr Pflanzen Zugang in die Wohnung zu erkaufen ("Okay Schatz, du darfst genauso viel Geld für Single Malt Whiskys ausgeben, wie ich in den Balkon investiere - Deal?"), liebäugele ich immer wieder mit neuen Ideen. Auf homify habe ich ein paar gefunden, die nicht einmal extra Platz in Anspruch nehmen, weil sie Raumteiler sind zum Beispiel oder Couchtische. Yesss!

The guys over at homify asked me to take a look around their new design platform. It didn't take long before I found ideas to bring even more green into our home. Even though I already have to bargain for more plants to get over the doorstep ("Listen honey, you can spend as much on Single Malt Whiskeys as I spend on the balcony - deal?") I still ogle with new plant-y ideas. At homify I found some that won't even take up more floor space because they are room dividers or coffee tables. Yesss!


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Kurz darauf traf ich auf Pflanzenbilder. Nein, nicht die kitschigen Stillleben aus Omas guter Stube. Echte Pflanzen, an der Wand, zum Anfassen. Vor allem die Moosbilder sehen so aus als ob sie sogar kuschelig sein könnten. 

Then I stumbled upon some really beautiful blooming pictures. Nope, I'm not talking about your granny's dusty paintings in the living room. These pictures are made of plants, real ones, to touch. Those mossy ones look like you could even cuddle them. 

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Und gerade als ich mich fragte, wie groß man diese Bilder wohl bekommen könnte, fand ich ganze Pflanzenwände. Oh Yeah! Recht dekadent würde ich sagen - und gefährlich, denn homify liefert den Kontakt zu den Machern dieser Ideen gleich mit. Tja, Nates Whisky-Sammlung wird sich wohl über Zuwachs freuen.

And just when I wondered how big those pictures get, I found plant walls. Oh yeah! Quite decadent, don't you think? And dangerous because homify also gives you the contacts of the makers behind each project. Well, looks like Nate's whisky collection might grow soon.

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Dieser Post ist gesponsert von homify./ This post was sponsored by homify.

13. Mai 2015

DIY Mini Cacti Garden

Vor langer, langer Zeit habe ich dieses Bild eines Mini-Kakteen-"Gartens" auf Pinterest gesehen und wollte sofort auch so einen haben. Kurze Zeit später schenkte mir eine Nachbarin, die fort zog, den perfekten Blumentopf dafür. Die nächsten Schritte waren denkbar einfach:

1. Erst habe ich den Rand des Topfes gold angesprüht (alles ist besser mit gold!).

2. Es folgte ein Ausflug in den nächsten Baumarkt für viele viele kleine Kakteen und Erde.

3. Zu Hause wurde der Topf zur Hälfte mit Erde gefüllt, mit den Kakteen besetzt und mit Erde aufgefüllt.

4. Nun folgt ein wichtiger Hinweis: Gießt eure Kakteen auf keinen Fall öfter als einmal im Monat! Würde ich mich immer daran halten, müsste ich nicht immer wieder Kakteen austauschen. Der schöne rote Kaktus in der Mitte? Er ist tot, ich habe ihn ertränkt! Mit letzter Kraft hält er sich aufrecht für das Foto. Lernt aus meinen Fehlern und verschont eure hübschen kleinen Freunde. Viel Glück!


Long, long time ago I found this picture of a colorful mini cacti "garden" and wanted my own instantly. Then I got the perfect pot from a neighbor who moved away. The next steps were easy:

1. Spray paint the rim gold (because everything is better with gold).


2. Raid the next home improvement store for mini cacti and soil.

3. Fill the pot half with soil, place the cacti and fill it up with soil.

4. Do not water your cacti more than once a month! I wish I would always keep this rule. As I don't this pot has already seen many cacti come and go. The beautiful red one in the middle? It's wobbly and dead inside, I drowned it! Learn from my mistakes and don't kill your pretty little friends. Good luck!

9. Mai 2015

Siblings in My Family: One Girl, Two Boys

Letztens ist mir aufgefallen, dass sich in meiner Familie mütterlicherseits bereits seit vier Generationen dieselbe Geschwisterkonstellation wiederholt: ein Mädchen, zwei Jungs. Ich kann nicht behaupten, dass es immer Spaß gemacht hat mit zwei Brüdern aufzuwachsen, doch seit wir erwachsen sind, könnte ich mir mein Leben nicht ohne diese beiden schrägen Kerle vorstellen. Wir sind im Laufe der Jahre beste Freunde geworden. Wir nehmen einander Ernst, respektieren einander und haben immer ein offenes Ohr füreinander. Vor Otto und Daniel muss ich nie etwas zurückhalten - wozu auch? Im Laufe der Jahre haben wir einander schließlich in allen möglichen Situationen erlebt: glücklich, traurig, mit gebrochenem Herzen, krank,... Jetzt brauchen wir auch nichts mehr voreinander zu verstecken. Schön ist das.

Recently it struck me that for four generations now we always have the same combination of siblings on my mums side: one girl, two boys. I'd lie if I said that growing up with two brothers was always fun. Since the time we all count as grownups though I couldn't imagine my life without those two funny guys. We grew up to be best friends and very honest to each other. We take each other for serious, respect and listen to each other. In front of Otto and Daniel I never have to hold back anything - we all saw each other laughing, crying, heartbroken or ill at some point of time. No need to start hiding things now, right?


Von oben nach unten: Meine Urgroßmutter Irén mit ihren Brüdern Sándor und Gyula, meine Oma mit ihren Brüdern Endre und Gyula, meine Mutter mit ihren Brüdern Árpád und Karoly (ja, sie sind Zwillinge und ja, sie sehen immer noch gleich aus) und ich mit meinen Brüdern Otto und Daniel.

From top to bottom: My great grandmother Irén with her brothers Sándor and Gyula, my grandmother Klara with her brothers Endre und Gyula, my mom Klara with her brothers Árpád and Karl (yes, they are twins and yes, they still look the same) and me with my brothers Otto and Daniel.

5. April 2015

Ways of Collecting Memories Visually

Meine Mutter sammelt in jedem Urlaub Steine und Muscheln, seit etlichen Jahren. Lange Zeit fragte ich mich, was sie mit all diesen "Schätzen", wie sie sie nannte, machen wollte. Zu Hause verschwanden sie in Schubladen und Schachteln - bis vor wenigen Jahren. Eines Tages stellte sie einen kleinen Teewagen auf den Balkon und arrangierte ihre Sammlungen nach je nach Urlaubsort. Zunächst waren es ein paar Schälchen und Tabletts, doch schnell wuchs die Sammlung ihrer schönsten Erinnerungen, manchmal nicht nur beschriftet mit Ort und Jahr, sondern auch mit dem Hochzeitstag. So seltsam ich den Sammeltrieb meiner Mutter als Teenager auch fand, jetzt stehe ich gern vor der wachsenden Kollektion schöner Moment. Und ich musste feststellen, ich habe diesen Trieb durchaus geerbt, auch wenn meine Sammlungen zweidimensional sind, in Form von Collagen, oder sogar virtuell, in diesem Blog. 

Since I can remember, my mother has been collecting rocks and shells on every vacation. She called them her treasures and hid them in boxes and drawers at home. I wondered what she wanted to do with all of those collections. A few years back she put a bar cart on the balcony and started arranging them by date and place of origin, sometimes adding the wedding anniversary if it was a special one. In the beginning there were only a few small bowls and trays but the collection of her most beautiful memories grew fast and I love looking at all of her treasures. Although I found this habit of hers to be quite strange during my teenage years I must admit I have inherited this drive to hunt and gather memories. The only difference is that my collections are two-dimensional in my collages or even virtual, in this blog.



Das visuelle Sammeln von Erinnerungen hat mich in letzter Zeit beschäftigt und ich habe mich auf die Suche danach gemacht, ob und wie andere das machen. Angefangen habe ich mit Reisebüchern, in die Fotos, Eintrittskarten und Kassenzettel geklebt werden, vermutlich, weil ich das in meiner Kindheit selbst gemacht habe. Es gibt irgendwo auf dem Dachboden ein Parisbuch und ein Rumänienbuch und vermutlich auch ein Kalifornienbuch. Keine Fahrkarte, keine Boarding-Card durfte damals im Müll landen.

So I started looking into whether and how others collected memories visually. Naturally I started off with travel diaries containing photos, entry tickets and receipts as I had done that as a child. Somewhere in the attic there is a Paris book and a Romania Book and probably a California Book as well. Back then, no ticket, no boarding card ever went to trash.

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Während meiner Recherchen traf ich auf Menschen die, ähnlich meiner Mutter, dreidimensionale Erinnerungsstücke sammeln, und diese dann in kleinen Schachteln sortieren. Das gefällt mir, hat etwas von Mineralienausstellungen in naturhistorischen Museen. An solchen Orten kann ich Stunden verbringen. Nate fragte mich im Natural History Museum in London, warum ich eigentlich nicht Geologin geworden bin. Aber es ist tatsächlich nur die visuelle Aufbereitung, die mich so fesselt und all die Farben und Formen, nie die chemische Zusammensetzung.

During my research I also encountered people who collected three dimensional memories just like my mum. Often the finds were arranged in little boxes which reminded my of the mineral displays in natural history museums. I love those exhibitions and I can spend hours there. In London Nate asked me why I hadn't become a geologist. But it's really just the display, the colors and the shapes that get me, never the chemistry behind all of it.

1/2/3/4


In London bin ich im Tate Modern noch auf eine ganz andere Art Tagebuch gestoßen. Die Künstlerin Louise Bourgois nähte Bücher aus Stoffen, die sie ein Leben lang gesammelt hat, sie erinnern an ihre Heimat und ihre Herkunft aus einer Familie von Stoff-Restauratoren. Nach kurzem Suchen bin ich auf weitere Künstlerinnen gestoßen, die Erinnerungen nähen. Wundervoll! Ich bin kurz davor, mir diese Technik anzueignen, aber vermutlich dauert es noch ein paar Wochen, bis ich mich dazu aufraffe, etwas neues zu probieren, das anfangs vermutlich schlecht und kopiert wirkt. Doch letztendlich wird meine kreative Neugier den Perfektionismus überwinden, wie immer. 

In London's Tate Modern I stumbled upon a completely different kind of diary. The artist Louise Bourgois used to sew books made of fabrics she had collected all her life. Often these books deal with her homeland and reflect her origin in a family of restorers of old fabrics. after a short search I found more female artists who sew memories. Wonderful! I'm just about to try this technique myself. But first I'll have to overcome the fear of facing the first attempts whch probably won't look impressive but rather like bad copies. At least I know my creative curiosity will win over my perfectionism eventually, as always. 

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Wie sammelt ihr Erinnerungen? Sind sie nur in eurem Kopf? Oder auf Facebook? Schreibt ihr Tagebuch?

How do you collect memories? In your head only?  Or on Facebook? Do you write a diary?