5. April 2015

Ways of Collecting Memories Visually

Meine Mutter sammelt in jedem Urlaub Steine und Muscheln, seit etlichen Jahren. Lange Zeit fragte ich mich, was sie mit all diesen "Schätzen", wie sie sie nannte, machen wollte. Zu Hause verschwanden sie in Schubladen und Schachteln - bis vor wenigen Jahren. Eines Tages stellte sie einen kleinen Teewagen auf den Balkon und arrangierte ihre Sammlungen nach je nach Urlaubsort. Zunächst waren es ein paar Schälchen und Tabletts, doch schnell wuchs die Sammlung ihrer schönsten Erinnerungen, manchmal nicht nur beschriftet mit Ort und Jahr, sondern auch mit dem Hochzeitstag. So seltsam ich den Sammeltrieb meiner Mutter als Teenager auch fand, jetzt stehe ich gern vor der wachsenden Kollektion schöner Moment. Und ich musste feststellen, ich habe diesen Trieb durchaus geerbt, auch wenn meine Sammlungen zweidimensional sind, in Form von Collagen, oder sogar virtuell, in diesem Blog. 

Since I can remember, my mother has been collecting rocks and shells on every vacation. She called them her treasures and hid them in boxes and drawers at home. I wondered what she wanted to do with all of those collections. A few years back she put a bar cart on the balcony and started arranging them by date and place of origin, sometimes adding the wedding anniversary if it was a special one. In the beginning there were only a few small bowls and trays but the collection of her most beautiful memories grew fast and I love looking at all of her treasures. Although I found this habit of hers to be quite strange during my teenage years I must admit I have inherited this drive to hunt and gather memories. The only difference is that my collections are two-dimensional in my collages or even virtual, in this blog.



Das visuelle Sammeln von Erinnerungen hat mich in letzter Zeit beschäftigt und ich habe mich auf die Suche danach gemacht, ob und wie andere das machen. Angefangen habe ich mit Reisebüchern, in die Fotos, Eintrittskarten und Kassenzettel geklebt werden, vermutlich, weil ich das in meiner Kindheit selbst gemacht habe. Es gibt irgendwo auf dem Dachboden ein Parisbuch und ein Rumänienbuch und vermutlich auch ein Kalifornienbuch. Keine Fahrkarte, keine Boarding-Card durfte damals im Müll landen.

So I started looking into whether and how others collected memories visually. Naturally I started off with travel diaries containing photos, entry tickets and receipts as I had done that as a child. Somewhere in the attic there is a Paris book and a Romania Book and probably a California Book as well. Back then, no ticket, no boarding card ever went to trash.

1/2/3


Während meiner Recherchen traf ich auf Menschen die, ähnlich meiner Mutter, dreidimensionale Erinnerungsstücke sammeln, und diese dann in kleinen Schachteln sortieren. Das gefällt mir, hat etwas von Mineralienausstellungen in naturhistorischen Museen. An solchen Orten kann ich Stunden verbringen. Nate fragte mich im Natural History Museum in London, warum ich eigentlich nicht Geologin geworden bin. Aber es ist tatsächlich nur die visuelle Aufbereitung, die mich so fesselt und all die Farben und Formen, nie die chemische Zusammensetzung.

During my research I also encountered people who collected three dimensional memories just like my mum. Often the finds were arranged in little boxes which reminded my of the mineral displays in natural history museums. I love those exhibitions and I can spend hours there. In London Nate asked me why I hadn't become a geologist. But it's really just the display, the colors and the shapes that get me, never the chemistry behind all of it.

1/2/3/4


In London bin ich im Tate Modern noch auf eine ganz andere Art Tagebuch gestoßen. Die Künstlerin Louise Bourgois nähte Bücher aus Stoffen, die sie ein Leben lang gesammelt hat, sie erinnern an ihre Heimat und ihre Herkunft aus einer Familie von Stoff-Restauratoren. Nach kurzem Suchen bin ich auf weitere Künstlerinnen gestoßen, die Erinnerungen nähen. Wundervoll! Ich bin kurz davor, mir diese Technik anzueignen, aber vermutlich dauert es noch ein paar Wochen, bis ich mich dazu aufraffe, etwas neues zu probieren, das anfangs vermutlich schlecht und kopiert wirkt. Doch letztendlich wird meine kreative Neugier den Perfektionismus überwinden, wie immer. 

In London's Tate Modern I stumbled upon a completely different kind of diary. The artist Louise Bourgois used to sew books made of fabrics she had collected all her life. Often these books deal with her homeland and reflect her origin in a family of restorers of old fabrics. after a short search I found more female artists who sew memories. Wonderful! I'm just about to try this technique myself. But first I'll have to overcome the fear of facing the first attempts whch probably won't look impressive but rather like bad copies. At least I know my creative curiosity will win over my perfectionism eventually, as always. 

1/2/3


Wie sammelt ihr Erinnerungen? Sind sie nur in eurem Kopf? Oder auf Facebook? Schreibt ihr Tagebuch?

How do you collect memories? In your head only?  Or on Facebook? Do you write a diary?

28. Februar 2015

Primary Colors Around the House

Ab und an veranstalten wir in der Arbeit einen Fotowettbewerb. Es wimmelt einfach von Menschen im Büro, die nach Feierabend gerne zur Kamera greifen. Das letzte Thema war "rot" und meine Interpretation (die übrigens gewann) bestand aus einem Foto von roten Dingen, die ich in der Wohnung gefunden habe. Das Konzept wollte ich für designwiesel mit den anderen Primärfarben wiederholen, wobei rot zu Hause deutlich einfacher zu finden war als blau oder gelb. Rot ist definitiv meine Lieblingsfarbe.

Now and then we organize a photography contest at work. There are just so many colleagues who love to grab a camera after work. Last time the theme was "red" and for my pic (that won by the way) I went through the apartment and collected all things red. For designwiesel I decided to repeat the idea with every primary color. Though I have to say, it's much easier to find red in my home than blue or yellow. Red definitely is my favorite color. 


21. Februar 2015

Balconies in Barcelona

Nennt mich einen Voyeur, aber ich konnte es nicht lassen, reihenweise Balkone zu fotografieren als ich das letzte Mal in Barcelona war. Durch das milde Wetter dort sieht man viel mehr Spuren von Leben auf diesen kleinen Außenwohnräumen. Es ist ein wenig so, als ob man in Wohnzimmer lugen würde. Nur ist es legal, weil es draußen ist, klar nicht? Genug gequatscht, wollt ihr auch mal gucken?

Call me a voyeur but I couldn't stop taking pictures of peoples' balconies last time I was in Barcelona. With the mild weather there, you see much more traces of life on these little outdoor spaces. It's like peeking into living rooms but legally because it's outside, you know. Enough said, you wanna take a look as well?

13. Februar 2015

A Self Portrait

Während eines Kreativ-Workshops in der Arbeit sollten wir aus Magazinausschnitten ein Selbstportrait zusammenstellen, in 15 Minuten. Das hat richtig Spaß gemacht. Daheim habe ich eine ganze Sammlung an Kleinkram und Bildern, die mich ausmachen. Also wiederholte ich die Übung zu Hause ohne Zeitdruck. Ganz schön rosa geworden, das Ganze. 

During a creative workshop at work we had to put together a self portrait from magazine snippets in 15 minutes. That was fun. At home I have collected so many bits and pieces that are me that I wanted to do a collage like that again but without the time pressure. Somehow it turned out very pink. Don't judge me.


7. Februar 2015

Vintage Furniture Shopping in Barcelona

Mein neues Lieblingsviertel in Barcelona heißt Sant Antoni, und das nicht einmal wegen all der hübschen kleinen Restaurants und Cafés (obwohl sie alle sehr verführerisch aussahen). Für diese neue Liebe sind zwei Läden für moderne Antiquitäten verantwortlich, beide in der Carrer de Viladomat. Der erste Laden, El Recibidor, ist voll von sehr  schön restaurierten Anrichten, Hockern, Tischen, Lampen und Accessoires aus den 50ern bis 70ern. Nate hatte Glück, dass ich keinen Kleinlaster zur Hand hatte. Wir wären jetzt Pleite - in einer sehr schönen Wohnung jedoch.

My new favorite neighborhood in Barcelona is called Sant Antoni. Not even because of all the cute cafés and restaurants (though they all do look very tempting). It's because of two very beautiful vintage furniture shops, both in the Carrer de Viladomat. The first one was El Recibidor, full of very nicely restored chests, stools, desks, lamps and accessories from the fifties to the seventies. Nate was lucky I did not have a truck with me - we'd be broke now. Our apartment would look marvelous though.
Der zweite Vintage-Laden war nur ein paar Häuser weiter. Valnot hat die Ausstrahlung einer Schatzhöhle, voller Kleinigkeiten, die die Eigentümer angesammelt haben. Dazu restaurieren sie selbst Möbel und bauen auch neue aus altem Holz. Nachdem ich mich für eine blattförmige Servierplatte und eine kleine Messing-Schildkröte entschieden hatte, mussten wir feststellen, dass wir kein Bargeld mehr hatten. Während also Nate zum nächsten Geldautomaten loszog, genossen meine Kamera und ich die Zeit zu zweit inmitten all dieser Schönheit. Diese beiden Läden sollte man wirklich nicht verpassen, wenn es nach Barcelona geht!

The second little vintage shop was further down the street. Valnot has a treasure cave vibe to it. The owners collect everything they like, restore furniture themselves and also build new furniture out of salvaged wood. After settling on a leaf shaped serving platter and a little brass turtle we realized we don't have cash anymore. Nate set off to the next ATM while me and my camera enjoyed our time alone with all the beauty of this place. Don't miss these two spots when visiting Barcelona!


31. Januar 2015

Good Reads: Roald Dahl


Roald Dahl hatte nie vor, Autor zu werden. Wäre er als Pilot der Royal Air Force im zweiten Weltkrieg nicht abgeschossen worden, hätte er vermutlich ein Leben als Manager bei der Shell Oil Company verbracht. Ein Journalist der Saturday Evening Post wollte jedoch über seine Erfahrung schreiben. Roald Dahl schickte ihm hierfür seine Notizen. Diese waren aber so gut, dass sie eins zu eins abgedruckt wurden. Der Journalist schickte Dahl ein Belegexemplar mit der Notiz: "Wussten Sie eigentlich, dass Sie Schriftsteller sind?" Nun wusste er es und blieb dabei. Seine geistreichen Kurzgeschichten enthalten immer eine völlig unerwartete Wendung, die einen überrascht und entzückt zurücklässt, oder schockiert, oder beides. Sie sind schlicht genial. Später, als Vater, schrieb er auch Titel für Kinder, die auch für Erwachsene sehr lesenswert sind. Tatsächlich habe ich noch nie etwas von diesem Autor gelesen, das ich nicht geliebt hätte. Schnappt euch den erstbesten Titel und lasst euch unterhalten! 

Roald Dahl never set out to be an author. Hadn't he been hit as a Royal Air Force pilot in World War II he probably would have spent the rest of his life as a manager for the Shell Oil Company. But a reporter of the Saturday Evening Post wanted to write about his accident and Roald Dahl sent him his notes. They turned out to be so good, they got published right away. The reporter sent Dahl the article with the note: "Did you know you were an author?" Well, now he knew and never looked back. His short stories are witty and always come with an unforeseen twist. You're left behind surprised and delighted, or shocked, or both. They're so good. Later, when he became a father he started writing children's books as well - all recommendable readings for grownups, too. I've never read anything by this author I did not love. Grab any title and enjoy.

10. Januar 2015

Designwiesel Will Get a Facelift

Seit einiger Zeit bin ich etwas unzufrieden mit meinem Blog, er ist nicht so designwieselig wie ich ihn gerne hätte. Um das zu ändern, habe ich mir zunächst eine Liste von Zielen für diesen Blog gemacht (Notiz am Rande: Ich liebe Listen! Das ist vermutlich auch der Grund für meine Notizbuch-Sammelwut). Nachdem ich meine Ziele auf Papier gebracht hatte, machte ich mich mit dem Moodboard Konzept von Breanna Rose daran, die aesthetische Richtung zu bestimmen. Das hat dermaßen viel Spaß gemacht, dass ich schon überlege wofür ich als nächstes ein Moodboard bauen könnte. Aber immer schön langsam: Heute erblickt erst einmal der aesthetische Richtungsanzeiger für designwiesel das Licht der Internetwelt. Ich bin gespannt, wie sich dieses Projekt entwickelt.

For some time now I've been thinking that this little blog space of mine does not look as designwiesel-y as I'd like it to do. To get there I made a list of goals of this blog (side note: I love lists! That is probably the reason why I collect notebooks like mad). After having jotted down my goals I started to determine the aesthetic direction in which this blog should go by using Breanna Rose's moodboard approach. It was so much fun that I guess I will find a ton of more reasons to build moodboards. For now please say hi to the aesthetic groundwork for designwiesel's redesign. I am quite excited how this project will develop further.

chair/girl/bag/curtains/monday/breakfast/collection/bath/rope/art